In den letzten Jahren ist der deutsche Hersteller Access Music zum König der virtuellen additiven Synthese geworden.
1997 brachten sie den Virus auf den Markt, der von Musikern und der Presse weltweit begeistert aufgenommen wurde. Heute ist er ein unverzichtbares Werkzeug der Techno-Musik (und Elektro im Allgemeinen).
1995 begann einer der Gründer der Firma, Christoph Kemper, mit Experimenten mit in DSP programmierten Synthese-Algorithmen, und später, 1996, schloss sich auch Guido Kirsch, ein weiterer renommierter Ingenieur auf diesem Gebiet (Oberheim, Waldorf), an.
1999 erschien die zweite Version (Virus B) des Keyboards, und inzwischen brachten sie auch das Software-Format zusammen mit der Firma Digidesign auf den Markt: Virus TDM. Dies ist ein Plugin für die ProTools-Systeme.
Nicht lange danach erschien auch die Version C, das Meisterwerk von Access bis zu diesem Zeitpunkt. Hierzu gehört auch der Virus Indigo, der das gleiche "Innere" hat, jedoch mit einem exzentrischeren Design und auf Tasten beschränkt. Polyphonie und Multitimbralität auf höchstem Niveau, unvorstellbare Programmiermöglichkeiten, einzigartiges Design: Er fehlt in keinem Studio in Europa.
Vor nicht allzu langer Zeit erschien der Virus Classic, der jedoch nichts Neues bringt. Es scheint, dass das Ziel nicht nur ein "Low-Budget"-Modell war, sondern eher eine "Überbrückung". Aber was könnte man noch Neues hinzufügen?
8. November 2004: ACCESS präsentiert seine neue Familie: TI, das heißt Total Integration. Die Familie umfasst 3 Modelle: TI Polar, TI Desktop, TI Keyboard.
Diese Modelle beleuchten die Grenze zwischen professionellen Audio-Geräten und Musikinstrumenten in einem neuen Licht. Tatsächlich ist die Grenze in diesem Modell verschwunden. Hier ist der Grund:
- Der Synthesizer verbindet sich über den USB-Port mit dem Computer, und das Plugin VIRUScontrol erkennt ihn automatisch und stellt die Verbindung zum Host-Programm her (dies kann sogar ein VST-Host sein: Logic, Cubase usw.), und das Plugin sendet alle Befehle an das Keyboard und nutzt es als DSP-Karte zur Erzeugung von Klängen oder Effekten: professionelle Qualität, minimale Latenz, kein Zeitaufwand für die Verarbeitung des Computers. Die Einstellungen des Plugins beim Speichern des Songs im Host speichern den Zustand des Synthesizers, die Automatisierungen, sodass alles transparent ist und wir uns nicht auf technische Dinge konzentrieren müssen.
- Ausgänge 24bit/192kHz, S/PDIF, MIDI. Was fehlt noch? Firewire.
- Was die Polyphonie betrifft: ca. 80.
- HyperSaw(Tm), ein Begriff für 8 parallele Saw-Oszillatoren (+1 optionaler Suboszillator), die (laut den vorherigen Spezifikationen) keine Polyphonie verbrauchen. Unverzichtbar für einen Trance-Sound.
- Modulationsmatrix mit 6 Quellen und 3 Zielen.
- Eine neue Art der Quantisierung, der Modus Knob Quantize: Das Drehen der Regler wird entsprechend dem aktuellen Tempo quantisiert.